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Zukunftswerkstatt Oberneuland

Auftrag | Dokumentation

Von Februar bis April 2013 wurde in Oberneuland ein Beteiligungsprozess eingeleitet. Es fand die Zukunftswerkstatt Oberneuland mit einer Auftaktveranstaltung, einer Werkstattveranstaltung zu den Themen Ortsgestalt, Nahversorgung sowie Verkehr und einer Abschlussveranstaltung statt. Die Veranstaltungen wurden von Professor Kunibert Wachten moderiert, in dessen Auftrag ich die Veranstaltungen dokumentiert habe.

Der Planungsanlass

Ausgelöst durch Entwicklungsüberlegungen für den Ausbau eines Nahversorgungszentrums auf ehemaligen Sportplatzflächen im Bereich Mühlenfeldstraße, gibt es seit 2010 lebhafte und auseinandergehende Meinungen darüber, welche Rolle Oberneuland im städtischen Gefüge heute einnimmt und in welche Richtung es sich zukünftig entwickeln soll. So sprachen sich im Frühjahr 2010 rund 3.000 Oberneulander Bürgerinnen und Bürger gegen die Ansiedlung eines Vollsortimenters aus. Im öffentlichen Diskussionsprozess wurde darüber hinaus deutlich, dass diese Planungsabsichten im Bereich Mühlenfeldstraße nicht losgelöst von den sonstigen Entwicklungen im Stadtteil betrachten werden können. Auch andere Themenbereiche wie z.B. die Beseitigung der höhengleichen Bahnübergänge, die Entwicklung neuer Wohnbauflächen, die Nachverdichtung vorhandener Wohngebiete oder die veränderten Planungsabsichten für den Büropark Oberneuland lassen eine Gesamtbetrachtung für Oberneuland erforderlich erscheinen. Atmosphärisch wurde die Diskussion von der 2009 aufgeworfenen Frage begleitet, ob der neugestaltete öffentliche Raum vor der evangelischen Kirche mit einer Skulpturengruppe des Künstlers Klaus Effern ausgestattet werden solle. Auch hier gab es Unterschriftensammlungen, die den sogenannten „Oberneulander Skulpturenskandal“ thematisierten. Die Frage war jedoch zum Zeitpunkt der Zukunftswerkstatt durch einen einstimmigen Beiratsbeschluss vertagt, da nach einem alternativen Standort in Oberneuland gesucht wird.

Eine Gesamtbetrachtung der Entwicklung wurde auch deshalb erforderlich, weil die Städte vor Herausforderungen stehen, denen sich nur in dem Maße begegnen lässt, wie es die Beiträge der einzelnen Stadtteile zulassen. Stadtentwicklung und Stadtteilentwicklung stehen deshalb in einem Dialog. Die Stadt muss für die Stabilität und Zukunftsfähigkeit ihrer Stadtteile sorgen, damit die Qualität des alltäglichen Lebens gewährleistet bleibt. Und die Stadtteile – jeder Stadtteil auf seine Art – müssen auch ihren Beitrag zu notwendigen Entwicklungen der Gesamtstadt leisten.

Ist Oberneuland ein Dorf am Stadtrand von Bremen, das seinen dörflichen Charakter beibehalten will? Wird Oberneuland zunehmend zum ,Wohnstandort älterer Menschen’ und welche Konsequenzen hat dies? Sollte der Zuzug von jüngeren Familien gefördert werden, die ein eher städtisches Infrastrukturangebot nachfragen? Wie lässt sich die notwendige Versorgungsqualität herstellen? Wird das Auto in Oberneuland weiterhin Hauptverkehrsmittel bleiben oder können verstärkt Wege mit anderen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden? Fragen über Fragen, die in den öffentlichen Diskussion sehr emotional diskutiert wurden. Von daher erschien eine dialogorientierte Bürgerbeteiligung als das geeignete Mittel, um die Diskussionen zu versachlichen und gleichzeitig mehr Oberneulander in die Frage nach der Zukunft ihres Wohnstandortes einzubinden. Das Ziel des Beteiligungsprozesses war, Bürgerinnen und Bürger, politische Akteure und der Verwaltung in einen moderierten Meinungsaustausch zu setzen, welche Qualitäten Oberneuland auszeichnen und welche Handlungsbedarfe und mögliche Entwicklungsperspektiven es gibt.

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