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Standort Pulheim – Stadt und Unternehmen im Dialog

Am vergangenen Donnerstag fand im Gierdensaal der Abtei Brauweiler die Veranstaltung „Unternehmen und Stadt im Dialog“ statt. Auf 120 Einladungen der Stadt Pulheim reagierten genau 18 Unternehmerinnen und Unternehmer aus 14 Brauweiler Unternehmen. Die Stadt zeigte sich zufrieden mit der Beteiligung, angesichts der angespannten Situation in Brauweiler wäre eigentlich mit einer stärkeren Beteiligung zu rechnen gewesen.
Ganz oben auf der Agenda stand wieder einmal der Guidelplatz und es war wie immer. Bevor die Verhandlung der Klagen Brauweiler Bürger vor dem Kölner Verwaltungsgericht nicht entschieden ist, kann man nichts Genaues sagen. Am 26. Juni 2013 wird das nächste Mal verhandelt, bis dahin regiert das Prinzip Hoffnung. Im Anschluss an die Ausführungen von Bürgermeister Frank Keppeler gab Olaf Kleine-Erwig, der Leiter des Pulheimer Amtes für Tiefbau und Verkehr, einen Überblick über die anstehende Verkehrsplanung. Auch hier gab nichts wirklich Neues zu berichten und die Ungeduld im Plenum wuchs. Dem konnte auch Achim Kapp, Leiter des Amtes für Straßenbau und Verkehr im Rhein-Erftkreis, nicht wirklich etwas entgegensetzen. Um es kurz zu machen: 2014 wird wohl die bekannte Planung Bernhardstraße umgesetzt. Als nächstes muss die Mathildenstraße angegangen werden, und zwar nicht nur unter Sanierungsgesichtspunkte, auch hier müssen die Verkehre – Fußgänger, Rad und Automobil – neu geordnet werden. Und die Ehrenfriedstraße – tja, was soll da werden, wenn wir zwar wissen, was gebaut werden soll, aber nicht genau wann. Hier schimmerte zum ersten Mal der Gedanke durch, braucht Brauweiler vielleicht so etwas wie einen Masterplan Ortskern.
Verstärkt wurde dieser Eindruck durch die inspirierenden Vorträge von Ralf Ritter, Leiter des Planungsamtes, und Rainer Schmidt-Illguth, Mitarbeiter der BBE Handelsberatung, der seit Jahren die Stadt Pulheim in Stadtentwicklungsfragen berät. Beide brachten den Status quo Brauweilers auf den Punkt. Die neuralgischen Punkte wurden identifiziert – Abteipassage, die Ecke Kaiser-Otto-Straße/Ehrenfriedstraße und Guidelplatz -, aber vielleicht hat bisher keiner die strukturellen Mängel so deutlich benannt und eine Richtung für Problemlösungen aufgezeigt. Um es auch hier abzukürzen: Alle Stadtentwicklungsfragen und damit auch die Förderung der Einzelhandelsstrukturen brauchen eine Planung, die mit allen verkehrlichen Fragen des ruhenden und fließenden Verkehrs vernetzt wird.
Im Endeffekt benötigt Brauweiler einen Masterplan, der ein Leitbild entwickelt und alle Fragen zusammendenkt und schlußendlich einen Maßnahmenplan entwickelt. Darin werden zum Bespiel die Öffnung der Erdgeschoßzonen im Ortskern neu entwickelt. Es ist dann auch festgeschrieben, dass mit der Entschleunigung des motorisierten Verkehr Fahrradfahrer zu ihrem Recht auf der Straße kommen. Es wird auch kleinere Eingriffe wie die Aufstellung von Fahrradständern und Straßenlaternen geregelt.  Und der Guidelplatz? „Die Pläne der Gold-Kraemer-Stiftung spielen auch in unseren Planungen nach wie vor die zentrale Rolle“, betonte Bürgermeister Keppeler nicht nur einmal. „Aber nur sagen Sie doch bitte, wann die Bauarbeiten am Guidelplatz im besten und im schlechtesten Falle beginnen?“ fragt der neue Vorsitzende der Brauweiler Interessengemeinschaft der Unternehmer e.V., Helmut Stahl. Eine genauso berechtigte wie brennende Frage. Nur welcher Bürgermeister dieser Welt würde diese Frage beantworten? Herr Keppeler tat es nicht, was ihm keiner der Anwesenden wirklich übel nahm. Es gab einen Dialog zwischen allen Beteiligten, der konstruktiv weitergeführt werden sollte. Nur die Stadtentwicklungsfrage ist und bleibt verzwickt. Und das ist noch milde ausgedrückt.

 

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