DSC_0157

MANHATTAN TRANSFER

Warum ich den Titel “MANHATTAN TRANSFER” für mein Logbuch gewählt habe? Ich halte den Großstadtroman von John Dos Passos für epochal. Was macht dieses Werk aus? Das beantwortet ein Zitat aus einer Besprechung des Romans sehr treffend. Der österreichische Schriftsteller Ernst Weiß (1882-1940) schreibt über das Werk von Dos Passos:

Vom Journalistischen aus ließe sich eine Weltstadt wie New York 1900 bis 1925, wenn man den nötigen Mut und das seelische Format dazu hätte, schon in Kontur umreißen. Möglich wäre es, wenn ich auch fürchte, daß dann von den Stimmungen und seelischen Augenblicksfilmen des Journalisten wenig übrigbliebe. Aber das ist hier gar nicht versucht, trotz der Zeitungszitate, die ab und zu eingestreut sind. Und was eine Schauspielerin von der Welt sieht und was New York in einer Schauspielerin sieht, das ist, auch wenn es sich um den größten Star und den kleinsten Cliquenkreis handelt, ein unmeßbares Sandkorn im Gesamtbild einer Stadt von vier Millionen. Was bleibt also? Ein ewiges Hin und Her der Fähre, ein Kreisen um das ewig Private. *

Auch meine Beschäftigung mit dem Thema Stadt ist ein “Hin und Her”. Zwischen unterschiedlichen Orten. Zwischen Privatheit und Profession.  Eigene Fotos. Eigene Texte. Aber auch wieder Zeugnisse aus den unterschiedlichsten Quellen. Von daher habe ich mein Logbuch, das meine Aktivitäten und Notizen zum Thema Stadt und Stadteinwicklung abbilden soll, MANHATTAN TRANSFER genannt.

*Ernst Weiß. Manhattan Transfer von John Dos Passos.  1927. Literaturkritiken. Kapitel 14

#stadtentwicklungen #logbuch #hendrikneubauer