Kategorie-Archiv: Projektentwicklung

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Großprojekte – Auf den Start kommt es an

Verzögerungen und enorme Kostensteigerungen bei Großprojekten wie dem Hauptstadtflughafen BER, der Elbphilharmonie und Stuttgart 21 stehen regelmäßig im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Braunschweig untersuchen nun im Rahmen des Forschungsprojektes „OI+BAU“ Ursachen in den frühen Bauprojektphasen und entwickeln die Grundlage für einen möglichst störungsunempfindliche Methodik zur Durchführung von komplexen Bauvorhaben.

So werden insbesondere Bauherren in der Phase der Projektinitiierung mit konkreten Hinweisen zur Vorgehensweise bei Bedarfsanalysen oder organisatorischen Fragestellungen unterstützt. Die verschiedenen Kompetenzen aus Planung, Bau und Betrieb der beteiligten Institute ermöglichen eine Untersuchung aus unterschiedlichen Perspektiven, die für die Entwicklung eines praxisnahen Leitfadens erforderlich sind.

„Die Ursachen für Verzögerungen und Kostenexplosionen bei Großprojekten liegen häufig in den frühen Projektphasen. Daher werden wir uns besonders auf die Initiierung und Bedarfsplanung komplexer Bauvorhaben konzentrieren und wollen für die Praxis möglichst zuverlässige Werkzeuge zur Optimierung dieser Phasen entwickeln“, erklärt Prof. Patrick Schwerdtner vom Institut für Bauwirtschaft und Baubetrieb der Technischen Universität Braunschweig.

https://idw-online.de/de/news667400

Foto: Hendrik Neubauer

Hamburg Wilhelmsburg

„Vorhersage“ für Stadtplaner: Lärm, Feinstaub und Hitze verringern

Lärm und Luftverschmutzung können ernste körperliche, psychische und soziale Folgen haben. Auch übermäßige und langandauernde Hitze vesetzt uns in Stress. Wie können Stadtplaner in Zukunft diese Gefahren für Stadtbewohner verringern? Gründerzeitviertel, Trabantenstadt, Einfamilienhäuser in der Vorstadt – anhand verschiedener Bebauungsstrukturen lässt sich vorhersagen, wie stark Menschen in urbanen Milieus Lärm und Feinstaub sowie hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Zu diesem Ergebnis kommen mehrere Fallstudien der Humboldt Universität zu Berlin und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), die diese Zusammenhänge anhand von Daten aus Leipzig untersucht hatten.

Leipzig hat seit der Wiedervereinigung 1990 einen drastischen Strukturwandel erlebt und weist typische Stadtentwicklungsmuster auf. Die Forscher fokussierten sich auf Wohngebiete und klassifizierten die verschiedenen Bebauungsformen in sieben Gruppen. In Schlaglichtern lassen sich die Ergebnisse der Studien so zusammenfassen. Die Bebauung bestimmt, wie sich Lärm und Feinstaub in Wohngebieten ausbreiten. Bestimmte Gebäudestrukturen puffern Lärm- und Luftbelastung effektiver ab als andere. Städter mit einem niedrigen sozial-ökonomischen Entwicklungsindex leben oft mit hoher Luftbelastung und sind somit doppelt benachteiligt. In Plattenbausiedlungen und mehrstöckigen Mietskasernen heizt sich die Luft im Sommer besonders auf, umso wichtiger sind Stadtgrün und Wasserflächen in der Nähe von Wohngebieten für das Klima einer Stadt. Der Zusammenhang zwischen Siedlungsstrukturen und Oberflächentemperaturen gilt auch für Berlin und New York. Das bestätigte sich in der Zusammenarbeit mit  dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der New Yorker Universität The New School.

Vorhersagen für Umweltbelastungen in Wohngebieten sind möglich, so die Studien, und sie sollten in Zukunft stärker bei Bauplanungen berücksichtigt werden. Das zumindest fordert die Europäische Umweltagentur (EUA) in Anbetracht der Belastungen, denen europäische Stadtbewohner momentan ausgesetzt sind.

Weitere Informationen:

http://www.ufz.de/index.php?de=34361

Die Meldung wurde in Kooperation mit dem idw für das Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt erstellt.

Foto © Hendrik Neubauer

 

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Warum Großprojekte in Schieflage geraten – »Der Tunnelblick«

BER, Stuttgart 21, Elbphilharmonie – Lernen die Verantwortlichen denn eigentlich gar nichts aus Fehlern derer, die vor ihnen schon gescheitert sind.  Wissenschaftler der TU Darmstadt haben in einer Studie kognitive Verzerrungen bei Entscheidungen der Verantwortlichen als Ursache für Kosten- und Zeitplanüberschreitungen bei großen Immobilienprojekten ausgemacht. Besonders kritisch: Auch langjährige Erfahrung schützt nicht vor Selbstüberschätzung oder Überoptimismus – im Gegenteil.

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