Kategorie-Archiv: Metropole

Hamburg Kiel 2010 241

Kriminalität und Innere Sicherheit: Objektive Lage und Wahrnehmung

Wer aus der gefährlichen Großstadt auf das Land zieht, lebt sicherer. Entspricht das den Tatsachen oder ist das nur Vorurteil? Wo lauern die realen Gefahren in Deutschland und wo ist die Furcht vor Kriminalität am größten? Diesen Fragen geht die aktuelle Ausgabe der Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) nach.

Die Artikel des Vierteljahresheftes, die sich auch den ökonomischen Aspekten von Kriminalität widmen, basieren auf Daten des Kriminalitätsindikators WISIND, der vom DIW entwickelt wurde. Der sogenannte Sicherheitsindikator misst bundesweit unterschiedliche Kriminalitätsformen, die Individuen unmittelbar betreffen, und stellt sie einer breit gefächerten Bedrohungsmessung gegenüber. Das Verfahren speist sich aus einer Vielzahl von Quellen, wie etwa Medienanalysen, der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS), repräsentativen Bevölkerungsbefragungen und Experten-Interviews bis hin zu Daten aus Sozialen Medien.

Gelegentlich wird die Vermutung laut, die Furcht, Opfer krimineller Handlungen zu werden, sei vielfach irrational und decke sich nicht mit der faktischen Sicherheitslage. Die Daten des Sicherheitsindikator beweisen das Gegenteil. Auf die Wechselbeziehung zwischen regionaler Kriminalitätsbelastung und Kriminalitätsfurcht verweist Professor Dr. Martin Kroh, stellvertretender Leiter des Sozio-oekonomischen Panels am DIW Berlin. „Im Norden Deutschlands ist die Furcht vor Kriminalität deutlich höher als im Süden, was auch der Belastung entspricht, und in Städten ist die Furcht erwartungsgemäß etwas höher als auf dem Land“, führt Kroh aus. „Es gibt aber auch Regionen, wo die Kriminalitätsfurcht höher ist als die faktische Belastung oder anders herum. Zum Beispiel ist Köln eine Stadt, wo die Furcht relativ gering, aber die Bedrohung relativ hoch ist. Dagegen ist im Umfeld von Stuttgart, zumindest nach unseren Befunden, die Furcht höher als die faktische Bedrohung.“ Der Sicherheitsindikator zeigt aber auch an, dass das Stadt-Land-Gefälle schwindet, wenn die ständig wachsende Internetkriminalität mit in Betracht gezogen wird. Cyberkrminelle erreichen die Menschen, vorausgesetzt sie sind online, auch auf dem Land.

Zwei der fünf Beiträge des Vierteljahresheftes widmen sich darüber hinaus den Themen „Objektive Lage und Wahrnehmung durch Medien und Politik.“  Der Vermittlung von Kriminalitätsbedrohung durch Medien und Politik wird ein Hang zur Skandalisierung und Einseitigkeit nachgesagt. Unbestritten ist, dass die öffentliche Diskussion über Innere Sicherheit im Wahlkampf und die Berichterstattung über Kriminalität in den Medien einen hohen Stellenwert für die subjektive Wahrnehmung von Bedrohung einnehmen.

Publikation:

http://tinyurl.com/nljwngv

Weitere Informationen:

http://sicherheitsindikator.de/

Die Meldung wurde in Kooperation mit dem idw für das Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt erstellt.

Fotografie: © Hendrik Neubauer

 

 

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Hamburger Architektur Sommer 2015
 – Über die Verhältnisse

»Der Hamburger Architektur Sommer ist Deutschlands ältestes und bedeutendstes regelmäßiges Architekturfestival.« So urteilt die Hamburger Architektenkammer über das Festival, das am Abend des 4. Mai mit seiner achten Ausgabe in der HafenCityUniversität startete. Von Mai bis Ende Juli präsentieren über 150 Veranstalter an mehr als 100 Orten in der Stadt ein Programm von über 200 Veranstaltungen in Form von Ausstellungen, Vorträge, Filme, Installationen, Konferenzen, Aktionen, Werkstätten.

Bürgerschaftliches Engagement

Die neue Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, Dorothee Stapelfeldt, lobte in ihrer Eröffnungsrede den Veranstaltungs-Marathon. Hier komme »einzigartiges baukulturelles bürgerschaftliches Engagement« zum Ausdruck. Weiterlesen

Hamburg Wilhelmsburg

Wissenschaftsjahr 2015 »Zukunfsstadt« – »Ich bin dabei.«

Notiz in eigener Sache  | »Mein Block« – »Mein Foto, mein Text«. Wie bereits im letzten Wissenschaftsjahr 2014 zum Thema »Die Digitale Gesellschaft« bearbeite ich auch 2015 regelmäßig Nachrichten im Auftrag des idw für das Wissenschaftsjahr »Zukunftsstadt«.

Der international renommierte Stadtplaner Jaime Lerner brachte es auf den Punkt: „Die Stadt ist nicht das Problem. Die Stadt ist die Lösung.“ Diesem Anspruch folgt das “Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt” und stellt ihn auf den Prüfstand. Sind Städte, nur weil sie sich permanent entwickeln, gleichzeitg und selbstverständlich auch Orte der Innovation? Wo entstehen ökologische, soziale und ökonomische Modelle für nachhaltige Entwicklungen?

Ich freue mich auf die (Mit-)Arbeit.

Städter schauen weg, Dorfbewohner helfen eher

StädterNotiz | Mein Foto ist in einer Großstadt im Westen Deutschlands aufgenommen. Es zeigt vier Städter unterschiedlichen Alters. Wie reagieren sie wohl, wenn in ihrer direkten Nähe ein Mensch Hilfe braucht? Studierende der SRH Hochschule Heidelberg haben 460 Passanten in einer Feldstudie zur Zivilcourage getestet und  alarmierende Ergebnisse zutage gefördert. Je größer die Stadt, desto weniger sahen sich die Fußgänger veranlasst, einem verletzten Kind beizustehen. Im konkreten Fall halfen in Karlsruhe (ca. 300.000 Einwohner) nur 7% aller Passanten dem augenscheinlich notleidenden Mädchen, wohingegen in einem Dorf (ca. 6.000 Einwohner) zumindest 30% aller Vorbeieilenden Hilfe leisteten.

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Wohnen – Ein weltweites Problem

Notiz | Laut einer McKinsey-Studie werden sich 2025 weltweit 440 Millionen Haushalte in Großstädten keine akzeptablen Wohnungen mehr leisten können. Immer mehr Menschen in den Mega-Citys leben in Slums, Wohnraum in Städten wird für Geringverdiener immer knapper. Derzeit rechnet die Studie mit weltweit 330 Millionen urbanen Haushalte, die in prekären Wohnverhälnissen leben. — Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie des McKinsey Global Instituts (MGI) mit dem Titel “A blueprint for adressing the global affordable housing challenge”. Das MGI analysiert darin weltweit die Immobilienpreise in 2.400 städtischen Metropolen. Als geeignete Maßnahmen, um diesem Trend entgegenzuwirken, schlägt das MGI u.a. die bessere Ausnutzung zur Verfügung stehender Flächen, die Reduzierung von Bau- und Betriebskosten sowie veränderte Rahmenbedingungen zur Hausfinanzierung vor.

 


 

Stadtrundgang Tokio

Rostiger Metabolimus – Nakagin Capsule Tower vor dem Aus?

Stadtspaziergang | Metabolismus war die Reaktion junger japanischer Architekten und Designer auf das immense Wachstum ihrer Hauptstadt. Auf der Internationalen Design Konferenz in Tokio 1960 formulierten sie eine Protestbewegung, die futuristische Stadtmodelle entwarf. Sie zeichneten sich vor allem durch flexible, wachstumfähige Strukturen aus. Der Metabolimus war die asiatische Antwort auf die Probleme, die Archigram oder Team 10 in westlichen Welt thematisierten.
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Fortschreibung Innenstadtkonzept 2010

Auftrag | Moderation, Dokumentation
Im Dialog mit der Öffentlichkeit, den Fachleuten und Interessenvertretern wurde der Entwurf für das Innenstadtkonzept 2010 ab November 2011 fortgeschrieben und konkretisiert. Hierzu fanden unterschiedliche Werkstätten und öffentliche Präsentationen statt. Im Auftag von scheuvens+wachten habe ich regelmäßig Arbeitsgruppen moderiert und abschließend im Team des Planungsbüros den Prozess mitdokumentiert. Weiterlesen

Next Hamburg Expertencheck: Nachbarschaft ist nie einfach…

NH_ExpertencheckNähe auf Distanz.

Experten Check. Hamburg 2030. Zukunftscamp.
Thema: Nachbarschaft
 8. Februar 2012. 15.00 bis 17.00 Uhr

Experten:
Anna Becker (Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt)
Babak Ghanadian (Initiator des Nachbarschaftsnetzwerkes Niriu) Weiterlesen

HafenCity Hamburg 2010

Innenstadtkonzept Hamburg 2010

Auftrag | Lektorat

Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt hat ein Entwicklungskonzept für die Innenstadt vorgelegt. Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter hat das Konzept am 02.12.2010 im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Stadt im Dialog“ vorgestellt. — Im Auftrag von scheuvens+wachten habe ich das Innnenstadtkonzept lektoriert. — Das neue Innenstadtkonzept soll das Zusammenwachsen von historischem Stadtkern und maritimer Stadterweiterung, der HafenCity, voranbringen und verfolgt das Ziel einer zukunftsorientierten, vielseitigen Nutzungsmischung aus Wohnen, Kultur, Arbeit und Freizeitaktivitäten. Weiterlesen