Kategorie-Archiv: Bürgerbeteiligung

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Mit Partizipation öffentliche Räume in Innenstädten beleben

Hamburg, Köln, München. Seit jeher spiegeln sich deutsche Stadtgesellschaften in ihren Innenstädten wider. Das gilt aber auch für die Zentren von Klein- und Mittelstädten. Eine vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Auftrag gegebene Studie lenkt den Blick auf insgesamt 12 Städte wie Baunatal, Finsterwalde, Hildburghausen, Lohmar und Passau. Die Studie fokussierte sich auf die Belebung zentraler öffentlicher Räume in diesen Kommunen. Im Ergebnis zeigte sich, wie wichtig es ist, die zukünftigen Nutzer in die Planung miteinzubeziehen. Mit frühzeitiger Bürger-und Akteursbeteiligung werden attraktive und belebte öffentliche Räume geschaffen.

Die Vor-Ort-Analysen förderten teilweise gravierende Defizite in den Innenstädten der teilnehmenden Klein- und Mittelstädte zutage. Wie überall setzt hier der Strukturwandel dem stationären Handel zu. Die Folge sind Leerstände von Ladenlokalen. Aber auch hohe Verkehrsbelastungen beeinträchtigen die Aufenthaltsqualität. Die zwölf Fallstudien aus den Kommunen mit einer Größe zwischen 10.000 und 100.000 Einwohnern zeigen aber auch, dass die Stadtentwicklung immer wieder vor unterschiedlichen Herausforderungen steht. In der vielbesuchten Altstadt von Esslingen mit Fachwerk und engen Gassen waren vor allem widerstrebende Nutzungskonflikte auszugleichen. In Hanau galt es in einem aufwändigen Dialogverfahren ein Konzept für den Umbau der gesamten Innenstadt zu entwickeln. In Sonneberg wurde eine Industriebrache zum Stadtplatz.

Im Unterschied zu Großstädten wohnen in den zentralen Bereichen der Klein und Mittelstädte mehr Menschen, die später über den Erfolg des geplanten öffentlichen Raums wesentlich miteinscheiden werden, denn sie werden die Räume vor ihrer Haus intensiv nutzen. Diese Bewohner müssten gemeinsam mit den Vertretern der Wirtschaft, Initiativen und Vereine mit ins Boot geholt werden, um gemeinsam Angebote zu entwickeln und gleichzeitig Nutzungskonflikte aufzulösen. Diesen Aspekt unterstreicht Brigitte Adam, die das Forschungsprojekt im BBSR wissenschaftlich begleitet hat. Den Kommunen träten dabei immer mehr in die Rolle des Managers, so Adam. Dabei gelte die Funktionen wie Wohnen, Einkaufen und Arbeiten innerhalb dieser Innenstädte zu stärken. Die Stadtgesellschaft müsse mobilisert werden. Und wer Gutes tut sollte auch darüber sprechen, das Citymarketing sollte enger mit der Innenstadtentwicklung verknüpft werden.

Mehr Informationen: 
Die BBSR-Studie „Die Innenstadt und ihre öffentlichen Räume“ kann kostenfrei per E-Mail (sylvia.wicharz@bbr.bund.de) angefordert werden. Als PDF-Version ist die Studie unter www.bbsr.bund.de in der Rubrik “Veröffentlichungen” abrufbar.

Foto: © Hendrik Neubauer

Die Meldung wurde in Kooperation mit dem idw für das Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt erstellt.

 

 

 

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„Hilf dir selbst…“ – Bürgerengagement braucht Ermöglichungskultur

Kindergartenplätze sind Mangelware. Hallenbäder werden geschlossen. Vereine haben keine Räumlichkeiten. In Zeiten des demografischen Wandels und sinkender Bugdets mangelt es vielerorts an der Grundversorgung. Insbesondere kleine Städte und Gemeinden im ländlichen Raum fragen sich, wie sie die steigende Nachfrage an sogenannter Daseinsvorsorge finanzieren sollen. Der Problemdruck steigt und gleichzeitig engagieren sich immer mehr Bürger, um pragmatische und innovative Lösungen zu entwickeln. In einer Studie für das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und das Bundesumweltministerium hat das Institut Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule) eine Bestandsaufnahme neuartiger Kooperationen und Finanzierungsmodelle im Bereich der sozialen und kulturellen Infrastruktur unternommen.

Die Studie identifiziert insgesamt 160 Projekte und Initiativen. Darüber hinaus wurden 11 Fallbeispiele im Hinblick auf ihre zentralen Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren analysiert. Im Fall aus Olfen im südlichen Münsterland gründeten Bürger die Stiftung „Unser Leohaus“ und belebten das 2006 aufgegebene, ehemals kirchliche Gemeindehaus wieder. Das Projekt wurde von der öffentlichen Hand bei der Konzeptentwicklung und in der Bauphase mit Rat und Tat unterstützt, nun steht in diesem November die Eröffnung bevor. Insgesamt kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass sich bundesweit in sozialen und kulturellen Bereichen eine neue Verantwortungsteilung zwischen Kommune und Bürgerschaft bildet. Viele Bürgerinnen und Bürger wollen sich stärker beteiligen und sich nach ihren Möglichkeiten für ihre Kommune engagieren: als Wissensgeber, als Co-Produzent statt reiner Konsument öffentlicher Leistungen oder als Geldgeber. „Kommunen sollten für dieses Engagement offen sein und eine Ermöglichungskultur im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe schaffen“, so das Forscherteam um Dr. Stefan Gärtner, Leiter des Forschungsschwerpunkts Raumkapital am IAT. Gleichzeitig ständen die Kommunen aber weiterhin in der Verantwortung als Gewährleistungsinstanz für ein weiterhin angemessenes Angebot der Daseinsvorsorge.
Projekte sind laut der Studie besonders dann erfolgreich, wenn sie von engagierten Ehrenamtlern getragen werden, die es immer wieder schaffen, andere Menschen zu motivieren. Für Menschen, die aktiv werden wollen, gibt es nun auch einen Leitfaden speziell zum Thema Daseinsvorsorge. Die Empfehlungen reichen bis hin zu möglichen Rechts- und Organisationsformen sowie Fragen der Finanzierung. Der Ratgeber zeigt aber auch Kommunen Möglichkeiten auf, wie bei Bürgerinnen und Bürger Hemmschwellen abgebaut werden können, die Aufgaben vor ihrer Haustür selber mitanzupacken.

Foto: Bürgerschaftliches Engagement beim Bau des Leohauses in Olfen © Bürgerstiftung Leohaus/Gaby Wiefel

Die Meldung wurde in Kooperation mit dem idw für das Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt erstellt.

 

 

Cityhof-Hochhäuser Hamburg, Passage

Cityhof-Hochhäuser – Das sagt das Innenstadt Konzept 2014

Dokument | Innenstadtkonzept Hamburg 2014. Stand 3.6.2014

Der Bestand der Cityhof-Hochhäuser wird in der Hamburger Öffentlichkeit sehr kontrovers diskutiert. Ich habe nachgeschlagen, was das  Innenstadtkonzept Hamburg 2014, an dessen Erarbeitung ich im Auftrag von scheuvens + wachten beteiligt war, zu dieser Diskussion aussagt: Weiterlesen

Stadtmacher2014

Die Stadtmacher – Von der Idee zum Projekt

»Wirtschaft in der Stadtentwicklung sollte bedeuten, dass nicht nur institutionelle Akteure als Träger der Stadtentwicklung gesehen werden, sondern auch Bürger in die Lage versetzt werden, zu wirtschaftlichen Akteuren zu werden.«

Dieses Zitat stammt von Julian Petrin, der als Gründer von nexthamburg mittlerweile in ganz Deutschland für seine Aktivitäten im Bereich Stadtplanung und Bürgerpartizipation bekannt geworden ist. Der Name sagt es, nexthamburg hat in den letzten Jahren Bürgerideen zur Gestaltung der Hansestadt gesammelt und wird dies auch weiter tun. Dabei stellt(e) sich aber immer wieder die Frage, welche Ideen sollten umgesetzt werden und vor allem wie wird aus der Idee ein Projekt? »Stadtmacher« ist aus nexthamburg erwachsen und will Ideen fixen, will Akteuren den Weg zeigen, wie sie ein Team bilden und Gelder sammeln. Ich war am 11. Oktober 2014 auf dem Zukunftscamp der ZEIT-Stiftung im Hamburger Veranstaltungszentrum Kampnagel und habe dort mit  »Stadtmachern« gesprochen. Weiterlesen

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Transparenzportal startet offiziell am 6. Oktober 2014

Notiz | Ich habe eben »Elbphilharmonie« in das Transparenzportal Hamburg (Beta-Version) eingegeben und 132 Ergebnisse angezeigt bekommen. Verträge, Vereinbarungen und Sachstandsberichte zu DER Großbaustelle in Hamburg — all das ist jetzt frei verfügbar. Unter transparenz.hamburg.de können Bürger nun Suchwörter eingeben und Einsicht nehmen in Senatsbeschlüsse, städtische Subventionen und Baugenehmigungen bis hin zur Luftqualität und dem Baumbestand. Weiterlesen

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Innenstadtkonzept Hamburg 2014 – Die Präsentation

Auftrag | Lektorat, Dokumentation, Moderation.

Es ist geschafft. Seit 2009 habe ich in unterschiedlicher Funktion am Innenstadtkonzept Hamburg im Auftrag von scheuvens+wachten mitgearbeitetet. Am 3. Juni 2014 wurde das aktualisierte Innenstadtkonzept im HafenCity InfoCenter im Kesselhaus der Öffentlichkeit präsentiert. Am 16. September 2014 verabschiedete der Senat das Innenstadtkonzept Hamburg 2014. Die aktuelle Fassung können Sie sich hier herunterladen:

d-innenstadtkonzept-2014

HHIK2014_Präsentation

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ISEK Karlsruhe 2020

Auftrag | Moderation

Vom September 2011 bis September 2012 wurde der “Karlsruhe Masterplan 2015″ zu einem “Integrierten Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe 2020″ fortgeschrieben. Mit der Fortschreibung wird zum einen der Blick auf die Zukunft Karlsruhes über das Jubiläumsjahr 2015 hinaus gerichtet. Zum anderen muss sich Karlsruhe in vielen gesellschaftlichen Bereichen mit neuen Herausforderungen und Bedürfnissen auseinandersetzen und für Karlsruhe angemessene Antworten finden. Zu den Herausforderungen gehören unter anderem die neuen Erwar­tungen an Partizipation und lokale Demokratie, steigende Konkurrenz um Unternehmen, Arbeitsplätze und Fachkräfte, der Trend zurück in die Stadt, soziale Integration, Krippenplätze und Schulkindbetreuung, Klimawandel und Energiewende. Weiterlesen