Hamburg Seilbahn

Bürger entscheiden sich gegen Elbe-Seilbahn

NOTIZ Die Bürger von Hamburg-Mitte haben sich gegen eine Seilbahn entschieden, die von St. Pauli aus zu den Spielorten der Musicals auf dem anderen Elbufer geführt hätten. Das ist ein Votum der Bürger für das Stadtbild. Die Stützen sind ganz schöne Trümmer und sehr sehr hoch, das ist auf den Animationen des Projekts zu besichtigen. Die Topografie gibt eben so eine Lösung nicht her. Außerdem halte ich es in einer Hafenstadt für eine Attraktion an sich, mit der Fähre zum Musical zu fahren statt mit der Gondel einzuschweben. Und statt den letzten Besucher abzugreifen und einzufliegen, sollten sich die Musical-Betreiber Gedanken darüber machen, ob ihre Produktionen nicht auch irgendwann mal abgenudelt sind. Spätestens wenn die Spatzen Hakuma Matata von den Kupferdächern an den Landungsbrücken pfeifen.

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»Seit dem Abschied von der Moderne hat sich die Suche nach dem Ursprung in der Architektur vom Programm auf den Ort übertragen…« Peter Eisenman

Peter EisenmanJahrestage

Peter Eisenman wurde am 11. August 1932 in Newark (New Jersey) geboren. (Zeichnung: Hendrik Neubauer)

 

…Die Privilegierung des Ortes als Kontext schlechthin führt zur Unterdrückung anderer möglicher Kontexte. Den Ort als Quelle für einen ursprünglichen Wert anzusehen, heißt, auf die Präsenz des Ortes fixiert zu sein, auf die Vorstellung, der Ort existiere als ein fortdauerndes, erkennbares Ganzes. Solch ein Glaube ist heute nicht mehr aufrechtzuerhalten. Wenn man den Ort nicht nur als Gegenwart betrachtet, sondern sowohl als Palimpsest und als Fundgrube und Steinbruch, dann erscheint der Ort nicht länger als statisch. Er trägt sowohl Spuren von Erinnerung als auch von Immanenz.»
Peter Eisenman. Aura und Exzess: Zur Überwindung der Metaphysik der Architektur. Essays und Gespräche 1976-1994. Passagen Verlag, 1995.